In den letzten Wochen hat mich wieder ein Thema besonders beschäftigt – und zwar eines, das mein Anlegerleben inzwischen deutlich beeinflusst: die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz, genauer gesagt mit ChatGPT. Denn je länger ich investiere, desto mehr merke ich: Die eigentlichen Herausforderungen liegen oft nicht im Finden der nächsten Top-Aktie – sondern im rationalen Umgang mit dem eigenen Depot. Viel Spaß beim Lesen!
Emotionen wie Stolz, Hoffnung oder Ärger begleiten uns bei vielen Entscheidungen – ob bewusst oder unbewusst. Wer kennt das nicht: An bestimmten Aktien hängt man, weil sie einen schon lange begleiten. Oder man zögert zu verkaufen, weil "sie sich bestimmt bald wieder fängt". Solche Gedanken sind menschlich – aber nicht immer hilfreich.
Genau hier kommt ChatGPT ins Spiel: als neutraler, emotionsloser, analytischer Sparringspartner. Ich nutze das Tool regelmäßig, um mein Depot zu durchleuchten, mir gezielt Fragen zu stellen, Ungleichgewichte zu erkennen oder neue Denkansätze zu erhalten – sei es zu Aktien, ETFs oder zur strategischen Ausrichtung meines Portfolios.
Besonders wertvoll war für mich auch die Arbeit an meinen Anlage-Leitlinien. Gemeinsam mit ChatGPT habe ich meine persönlichen Regeln hinterfragt und nachgeschärft. Ihr findet sie im Bereich "Meine Depots im Überblick" bei "Meine Leitlinien für mein Anlageverhalten".
Dabei haben wir uns gemeinsam folgende Fragen gestellt:
- Wie reagiere ich in Krisenzeiten oder bei Kurseinbrüchen?
- Welche Kriterien müssen erfüllt sein, bevor ich investiere?
- Wie vermeide ich typische Verhaltensfehler?
Das Ergebnis: ein noch klareres Regelwerk, das mich unabhängiger von Stimmung und Marktpanik macht.
Was ChatGPT kann – und was nicht?
Besonders hilfreich ist für mich die Fähigkeit von ChatGPT, mein Depot völlig emotionslos und objektiv zu analysieren. Während ich mich selbst manchmal dabei ertappe, bestimmte Aktien "nicht loslassen" zu wollen, weil sie eine persönliche Geschichte erzählen, schaut ChatGPT rein auf Struktur, Gewichtung und Strategie. Diese neutrale Perspektive ist gerade dann wertvoll, wenn man droht, sich in Argumenten zu verrennen oder blinde Flecken zu übersehen.
Auch bei strategischen Entscheidungen hat sich die KI als nützlich erwiesen. Sie hilft mir, Klarheit in meine Gedanken zu bringen, wenn ich unsicher bin, etwa ob ich eine Position aufstocken, abbauen oder umschichten sollte. Die Rückfragen, die ChatGPT stellt, zwingen mich dazu, meine Überlegungen sauber zu strukturieren – das wirkt manchmal wie ein professionelles Gespräch mit einem Finanzcoach, nur eben digital.
Ein weiterer großer Vorteil ist die Möglichkeit, die eigene Anlagestrategie zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Ich habe mit ChatGPT meine Leitlinien neu definiert, Regeln für Kauf- und Verkaufsentscheidungen formuliert und mir bewusst gemacht, wie ich mit Marktphasen umgehen möchte. Diese Arbeit hat mir ein gutes Stück Ruhe und Disziplin gebracht.
Trotz aller Stärken hat ChatGPT natürlich auch seine Grenzen. Die KI kann keine Echtzeitdaten liefern, kennt keine aktuellen Börsenkurse und trifft auch keine konkreten Anlageempfehlungen. Vielmehr liefert sie Denkanstöße, keine finalen Antworten. Und obwohl sie strukturiert argumentiert, bleibt sie eben doch unpersönlich – sie versteht keine individuellen Lebensumstände, keine familiären Ziele, keine Emotionen.
Auch deshalb ist sie kein Ersatz für fundierte eigene Recherche oder das Gespräch mit einem echten Finanzprofi. Aber als ergänzendes Werkzeug in meinem Anlageprozess – insbesondere zur Reflexion – möchte ich ChatGPT nicht mehr missen.
Und damit kommen wir zum zweiten Teil meines Rückblicks – dem Blick auf die harten Zahlen. Wie haben sich meine Dividenden im Juni 2025 entwickelt – im Vergleich zum Vorjahresmonat? Wieviel würden diese Dividenden den monatlichen Bedarf decken? All das findest du in meinem Rückblick zum Juni im nächsten Abschnitt.
Wenn du Anregungen oder Fragen hast, kontaktiere mich gerne bei X unter @mpalkowitsch. Danke dir!
Im Juni 2025 kamen 1.638,24 Euro Dividende nach Steuern gegenüber 1272,04 Euro im vergleichbaren Vorjahresmonat zusammen, was einem Plus von ca. 28,7% entspricht. Die Dividende im Juni entsprach ca. 42 Rentenpunkte netto und würde 38% der aktuellen Ausgaben decken.
In den ersten 6 Monaten von 2025 sind 9.361,60 Euro Dividende nach Steuern gegenüber 7.478,30 Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum zusammen gekommen. Das sind bisher 1.560,26 Euro im Schnitt pro Monat nach Steuern.
Allokation der besparten Werte (Stand 06.07.2025).
Derzeit liegen 44,47% im Depot bei Trade Republic, 39,80% bei Comdirect, 13,23% bei Scalable Capital und 1,89% bei der Deutschen Bank im Depot. Zudem noch 0,61% in Projekten von Ecoligo (Darlehen für Solarprojekte weltweit).
Einen Überblick über meine Depots, den aktuellen Stand, meine Ziele und Regeln erhaltet ihr wie immer über den folgenden Link.