Bildquelle Pixabay
Bildquelle Pixabay

Sorgenfrei in Rente

Ecoligo: Nachhaltig investieren.

Am 03.01.2021 habe ich mein erstes Investment bei ecoligo getätigt. Auf die Plattform bin ich damals durch David vom Blog "Jung in Rente" gestoßen. Inzwischen ist eines meiner 16 Projekte regulär ausgelaufen, in 15 Projekten bin ich weiterhin investiert. Seit 2026 sind auch bei mir vorgesehene Auszahlungen ausgesetzt. In diesem Update ordne ich meinen aktuellen Stand und meine persönliche Sicht darauf ein.

Was ist Ecoligo?

Die ecoligo GmbH wurde im Februar 2016 gegründet und bietet eine vollständig finanzierte Solar-as-a-Service Lösung für Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern an und unterstützt diese mit einer komplett digitalen Plattform zur Finanzierung und Entwicklung von Solarprojekten.

Die Crowdinvesting-Plattform namens ecoligo.investments wird von der ecoligo invest GmbH betrieben. Die ecoligo invest GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Frankfurter CrowdDesk GmbH. Sie ist für die technische Infrastruktur der Online-Plattform verantwortlich ist. 

Das Prinzip.
Bei den Investments handelt es sich derzeit ausschließlich um Solaranlagen. Deren Errichtung wird durch die eingeworbenen Crowdinvesting-Mittel vorfinanziert.

Der Stromabnehmer braucht anschließend nicht für die Installation der Anlage zu zahlen, sondern nur für den gelieferten Strom. Die Erlöse aus dem Stromverkauf gehen nach Abzug der laufenden Betriebskosten vollständig an die Crowdinvestoren. Auf diese Weise sollen sowohl die bereitgestellten Mittel getilgt als auch die vereinbarten Zinsen gezahlt werden können.
(Quelle: ecoligo.investments und junginrente.de)

Update: Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt.

Auch ich bin betroffen.
ecoligo hat die zum 30.04. und 31.07.2026 vorgesehenen Zins- und Tilgungszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Rückflüsse aus mehreren Projektgesellschaften unter den ursprünglichen Erwartungen. Dadurch stehen den betroffenen Emittentinnen derzeit nicht genügend Mittel zur Verfügung, um alle fälligen Zahlungen planmäßig zu bedienen.

Von meinen ursprünglich 16 Investments ist eines bereits ausgelaufen. In den übrigen 15 Projekten bin ich weiterhin investiert. Die ausgesetzten Zahlungen betreffen damit auch mein eigenes Geld.

Was ist derzeit bekannt?
Die zugrunde liegenden Verträge bestehen laut ecoligo weiter. Aktuell lässt sich jedoch noch nicht verlässlich sagen, wann Zahlungen nachgeholt werden, in welcher Höhe Rückzahlungen erfolgen oder ob Verluste entstehen werden. Welche eigenen Investments betroffen sind, kann im Anlegerportal im Bereich "Auszahlungen" geprüft werden; entsprechende Einträge werden dort als verspätet gekennzeichnet.

ecoligo erklärt außerdem, dass Anleger derzeit nichts unternehmen müssen und bei neuen Entwicklungen informiert werden sollen.

Meine Investition bei ecoligo – Rückblick auf 2023.

Ich nutzte für meine Investments jeweils den Mindestanlagebetrag von 100 €. Das Geld wurde in Crowdinvest-Form angelegt und sollte je nach Projektlaufzeit zusammen mit den Zinsen zurückgezahlt werden. Die vorgesehenen Raten waren im Anlegerbereich transparent einsehbar.

Damals laufende Projekte.
Am 19.04.2023 war ich in 16 laufende Projekte investiert.
Im Jahr 2022 wurden 33,43 € an Erträgen nach Steuern gezahlt.
Von meinen damals investierten 1.400 € hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt 54,04 € zurückerhalten. 

Gibt es Risiken?
Ja, natürlich. Die 100 € werden als Nachrangdarlehen angelegt, das bedeutet das im Falle einer Insolvenz die eigene Forderung erst nach denen aller anderen Gläubiger bedient wird. Also notfalls sind die 100 € weg. 

Das zweite Risiko ist die Anlagestruktur von ecoligo.investments. Man vergibt das Darlehen an eine in Deutschland ansässige, haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, die in der Regel in mehrere Projekte gleichzeitig investiert ist. 

Falls zum Beispiel ein anderes Projekt derselben Unternehmergesellschaft wirtschaftlich fehlschlägt, können Verbindlichkeiten aus dem eigenen Projekt ganz oder teilweise nicht mehr bedient werden. 

Meine damalige Einschätzung.
Bis Ende 2023 hatte ich bei keinem meiner Projekte einen Totalausfall erlebt. Wegen des Mindestbetrags von jeweils 100 € hielt ich mein persönliches Einzelrisiko damals für überschaubar und bewertete die Verbindung aus nachhaltiger Wirkung und Verzinsung positiv. Die Entwicklung im Jahr 2026 zeigt jedoch, dass das Emittenten- und Portfoliorisiko auch mehrere Projekte gleichzeitig betreffen kann. Meine aktuelle Einordnung steht deshalb bewusst im Update oberhalb dieses historischen Rückblicks.

Zur Startseite