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Sorgenfrei in Rente

Auswandern - Gedanken, Ziele und
was man beachten sollte.

Seit einigen Wochen taucht immer wieder eine Frage in meinem Kopf auf: Wie wäre es, den Ruhestand nicht nur in Deutschland zu verbringen, sondern auch längere Zeit im Ausland zu leben? Vielleicht liegt es am grauen Winter, an der Lust auf Veränderung oder an der Vorstellung, den Lebensabend in einer sonnigeren, entspannteren Umgebung zu genießen. Auswandern ist für mich längst nicht nur ein Abenteuer, sondern könnte ein echter Baustein für eine sorgenfreie Rente werden.
Warum mich der Gedanke ans Auswandern nicht mehr loslässt, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen. Viel Spaß dabei.

Aktualisiert am 10.08.2025

Gründe, im Alter auszuwandern.

Es gibt viele gute Gründe, den Lebensmittelpunkt – ganz oder teilweise – ins Ausland zu verlegen. Ein angenehmes Klima, frische Meeresluft und die Möglichkeit, mehr Zeit im Freien zu verbringen, können die Lebensqualität deutlich steigern. In manchen Ländern kommen zudem finanzielle Vorteile hinzu: niedrigere Lebenshaltungskosten und attraktive steuerliche Regelungen für Rentner entlasten das Budget. Auch gesundheitlich kann der Schritt lohnend sein – eine mediterrane Ernährung, ein entspannter Lebensrhythmus und ein aktiver Alltag tragen oft zum Wohlbefinden bei. Nicht zuletzt spielt auch die Abenteuerlust eine Rolle: Das Eintauchen in eine neue Kultur, das Erlernen einer anderen Sprache und der Aufbau neuer Kontakte können das Leben in vielerlei Hinsicht bereichern.

Drei Wege ins Ausland – von ganz bis teilweise.
Zum einen gibt es die vollständige Auswanderung. Man verlegt seinen Lebensmittelpunkt komplett ins Ausland, gibt die Wohnung in Deutschland auf und baut sich im neuen Land ein Leben auf. Diese Variante bringt große Veränderungen, aber auch die Chance auf einen kompletten Neuanfang.

Dann gibt es die Teil-Auswanderung oder das 183-Tage-Modell.
Hierbei lebt man mehr als 183 Tage pro Jahr in einem anderen Land und gilt dort steuerlich als ansässig – ohne die Verbindung zu Deutschland ganz aufzugeben. Das Modell bietet spannende Möglichkeiten.
Die Wohnung in Deutschland kann als Rückzugsort bleiben.
Kapitalerträge wie Dividenden fließen brutto aufs Konto, da in Deutschland keine Kapitalertragsteuer mehr einbehalten wird, wenn man dort nicht mehr steuerpflichtig ist. Besteuert wird im Aufenthaltsland oft nur das, was man tatsächlich dorthin überweist oder dort benötigt (z. B. in Malta mit 15%).
Ich persönlich finde diese Variante besonders attraktiv: Winter in der Sonne, Sommer in der Heimat – mit allen Vorzügen beider Welten.

Die dritte Variante sind erstmal längere Testaufenthalte.
Bevor man endgültig auswandert, kann man längere Zeit im Wunschland verbringen – zum Beispiel über mehrere Monate. So sammelt man echte Alltagserfahrungen und merkt schnell, ob der Traum zum persönlichen Lebensstil passt.

Im Folgenden nun ein paar wichtige Punkte vor dem Auswandern. 

Finanzen & Steuern
Jedes Land hat eigene Regeln zur Besteuerung von Renten, Kapitalerträgen und anderen Einkünften. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Zielland regeln, wo welche Einkünfte versteuert werden.

Gesundheitsversorgung
Zugang zum Gesundheitssystem, Qualität der medizinischen Versorgung und Krankenversicherungsschutz sind entscheidende Faktoren – gerade im Alter.

Aufenthalts- und Einwanderungsregeln:
Für EU-Bürger sind Aufenthalte in anderen EU-Staaten vergleichsweise einfach, trotzdem gibt es Meldepflichten und Formalitäten.

Wohnsituation:
Ob Miete oder Kauf – Immobilienmärkte im Ausland funktionieren oft anders als in Deutschland. Hier lohnt sich gründliche Vorbereitung.

Sprache & Integration:
Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zur Integration und zum Alltag. Wer die Landessprache nicht spricht, sollte sich überlegen, wie er Barrieren im Alltag überwindet.

Bürokratie:
Auch im Ausland bleibt Papierkram nicht aus: Steuererklärungen, Versicherungen und Meldungen an Behörden müssen weiterhin erledigt werden.

Risiken – und warum sie beim Teil-Auswandern geringer sind.
Wer komplett ins Ausland geht, muss mit Herausforderungen wie Heimweh, kulturellen Unterschieden oder einer kompletten Neuorganisation seines Lebens rechnen. Beim Teil-Auswandern relativieren sich viele Risiken.
Regelmäßige Aufenthalte in Deutschland halten den Kontakt zu Familie und Freunden aufrecht. Man kann jederzeit zurückkehren, ohne von Grund auf neu zu starten und die Anpassung an eine neue Kultur erfolgt schrittweise.

Mein persönlicher Plan.

Ich kann mir gut vorstellen, die Wintermonate, zum Beispiel von November bis April, in einem sonnigen Land wie Malta zu verbringen und die Sommermonate in Deutschland zu genießen. So hätte ich das Beste aus beiden Welten: angenehmes Klima, steuerliche Vorteile und die Sicherheit einer festen Basis in der Heimat.

Wie wäre es mit Malta?

Finanzen & Steuern
Malta hat attraktive Steuerregelungen für ausländische Ruheständler, darunter spezielle Programme, bei denen ausländische Renten zu einem festen Steuersatz besteuert werden. Kapitalerträge aus dem Ausland, die nicht nach Malta überwiesen werden, bleiben oft steuerfrei. Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland regeln, wo welche Einkünfte versteuert werden.

Gesundheitsversorgung
Das Gesundheitssystem in Malta gilt als gut und zuverlässig. EU-Bürger können mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) zunächst öffentliche Leistungen in Anspruch nehmen. Für längere Aufenthalte ist eine private Krankenversicherung empfehlenswert, um auch im privaten Sektor versorgt zu werden.

Aufenthalts- und Einwanderungsregeln
Als EU-Bürger ist der Aufenthalt in Malta unkompliziert. Für längere Aufenthalte über drei Monate muss jedoch eine Registrierung bei den maltesischen Behörden erfolgen, um eine Aufenthaltskarte zu erhalten.

Wohnsituation
Die Mietpreise in Malta sind in den letzten Jahren gestiegen, vor allem in beliebten Küstenregionen wie Sliema oder St. Julian’s. Wer langfristig plant, kann auch Kaufoptionen prüfen, sollte sich aber auf einen kleineren Immobilienmarkt einstellen.

Sprache & Integration
Englisch ist neben Maltesisch Amtssprache und im Alltag weit verbreitet – das macht die Integration für Deutsche leichter. Kulturell bietet Malta eine Mischung aus mediterranen und britischen Einflüssen.

Bürokratie
Malta ist bekannt für vergleichsweise unkomplizierte Verwaltungswege, dennoch sind Behördengänge und Anträge oft mit etwas Geduld verbunden. Viele Formulare und Prozesse sind jedoch auf Englisch verfügbar, was vieles erleichtert.

Dann im Vergleich mit Italien, wo wir immer gerne in den Urlaub fahren.

Finanzen & Steuern
Italien bietet in einigen Regionen attraktive Steuervergünstigungen für ausländische Rentner, zum Beispiel in bestimmten südlichen Gemeinden mit einem reduzierten Pauschalsteuersatz auf ausländische Renten. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland sorgt dafür, dass Renten nicht doppelt versteuert werden. Kapitalerträge, die in Italien anfallen, unterliegen der italienischen Besteuerung – ausländische Erträge sind je nach Gestaltung teilweise steuerlich begünstigt.

Gesundheitsversorgung
Das italienische Gesundheitssystem (Servizio Sanitario Nazionale) bietet in der Regel eine gute Grundversorgung, die für EU-Bürger zugänglich ist. Für eine schnellere oder komfortablere Behandlung kann eine private Zusatzversicherung sinnvoll sein.

Aufenthalts- und Einwanderungsregeln
EU-Bürger können sich frei in Italien aufhalten. Wer länger als drei Monate bleiben möchte, muss sich beim örtlichen Einwohnermeldeamt anmelden.

Wohnsituation
Die Miet- und Immobilienpreise variieren stark je nach Region. Während die Großstädte und beliebte Küstengebiete oft teurer sind, gibt es in kleineren Orten und im Süden Italiens sehr günstige Kauf- und Mietoptionen.

Sprache & Integration
Italienisch ist die Amtssprache, und wer länger bleiben möchte, sollte zumindest Grundkenntnisse erwerben. Das erleichtert nicht nur den Alltag, sondern auch den Kontakt zu den oft geselligen und gastfreundlichen Italienern.

Bürokratie
Die italienische Verwaltung kann etwas zeitaufwendig sein, Geduld ist gefragt. Formulare und Anträge sind meist nur auf Italienisch verfügbar, was Sprachkenntnisse umso wichtiger macht.


Gibraltar könnte auch eine interessante Option sein.

Finanzen & Steuern
Gibraltar hat ein attraktives Steuersystem mit niedrigen Einkommenssteuersätzen und ohne Mehrwertsteuer. Für bestimmte Gruppen gibt es Sonderregelungen, die die Steuerbelastung weiter reduzieren. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland klärt, wo Einkünfte versteuert werden müssen.

Gesundheitsversorgung
Das staatliche Gesundheitssystem in Gibraltar ist modern und gut ausgestattet. EU-Bürger haben in der Regel Zugang, solange sie in Gibraltar steuerlich registriert sind. Viele nutzen zusätzlich private Krankenversicherungen, um Wartezeiten zu vermeiden.

Aufenthalts- und Einwanderungsregeln
Als britisches Überseegebiet ist Gibraltar für EU-Bürger nicht automatisch wie ein EU-Staat zugänglich. Es gibt jedoch spezielle Aufenthaltsregelungen, und längere Aufenthalte erfordern eine formale Anmeldung.

Wohnsituation
Der Wohnraum in Gibraltar ist begrenzt, was zu vergleichsweise hohen Miet- und Kaufpreisen führt. Viele wählen daher, in der benachbarten spanischen Region Andalusien zu wohnen und täglich nach Gibraltar zu pendeln.

Sprache & Integration
Englisch ist Amtssprache, Spanisch wird im Alltag häufig verstanden. Die Mischung aus britischer und mediterraner Kultur macht die Integration für Deutsche oft unkompliziert.

Bürokratie
Die Behörden in Gibraltar arbeiten in der Regel effizient, Anträge und Dokumente sind auf Englisch. Aufgrund der besonderen politischen Lage nach dem Brexit kann es jedoch gelegentlich zu Änderungen in den Vorschriften kommen.

Und ihr?
Habt ihr euch schon überlegt, im Alter auszuwandern – ganz oder teilweise?
Welche Ziele würdet euch reizen und warum?
Kontaktiert mich gerne bei X unter @mpalkowitsch. Danke euch!

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