Wenn der Staat plötzlich anfängt, ETFs zu entdecken, werde ich hellhörig. Eigentlich wollte ich diesen Monat wie gewohnt meine Dividendeneinnahmen auswerten, ein bisschen auf die Entwicklung schauen und meine nächsten Schritte planen. Doch dann kam die Nachricht zum beschlossenen Altersvorsorgedepot – und plötzlich war klar: Das wird heute ein zentrales Thema. Denn selten gab es eine staatliche Neuerung, die so nah an dem ist, was wir Privatanleger ohnehin schon seit Jahren machen. Mehr dazu im Artikel, viel Spaß beim Lesen!
Der März war für mich ein solider und zufriedenstellender Monat. Dabei kamen mehr als 1.500 Euro an Dividende erhalten und liege damit erneut über dem Vorjahreswert. Es ist genau diese Entwicklung, die mich bestätigt: Der kontinuierliche Aufbau meines Depots zahlt sich aus. Mehr dazu unten im Rückblick zum März.
Was ich dabei besonders schätze, ist nicht nur die Höhe der Einnahmen, sondern das Gefühl dahinter. Es entsteht Schritt für Schritt ein System, das unabhängig von meiner aktiven Arbeitszeit funktioniert. Ein wachsender Cashflow, der mir heute schon Möglichkeiten gibt - und nicht erst irgendwann in der Zukunft.
Und genau aus dieser Perspektive schaue ich auch auf das neue Altersvorsorgedepot.
Was steckt hinter dem Altersvorsorgedepot?
Im Kern ist die Idee schnell erklärt: Der Staat schafft eine Möglichkeit, langfristig - beispielsweise in ETFs - für das Alter vorzusorgen, ohne dass während der Ansparphase Steuern auf Gewinne oder Erträge anfallen. Die Besteuerung erfolgt erst später, in der Rentenphase. Das klingt zunächst nach einem echten Fortschritt. Gerade für langfristige Investoren kann dieser Steuerstundungseffekt einen erheblichen Unterschied machen. Allerdings gibt es eine klare Einschränkung: Das investierte Geld ist bis zur Rente gebunden. Ein Zugriff vorher ist nicht vorgesehen. Damit unterscheidet sich dieses Modell fundamental von einem klassischen Depot, das jederzeit verfügbar bleibt.
Wenn ihr mehr Informationen zum Altersvorsorgedepot, zur Förderung, Beispielrechnungen und den Nachteilen wissen wollte, kann ich euch den Blog vom Maschinisten empfehlen. Er hat einen sehr ausführlichen Artikel zum neuen Altersvorsorgedepot geschrieben. Hier geht es zum Artikel.
Meine Einordnung: Starkes Konzept mit klarem Haken.
Ich finde die Idee grundsätzlich gut. Endlich bewegt sich auch auf staatlicher Seite etwas in Richtung Kapitalmarkt und ETFs. Das war längst überfällig. Aber der entscheidende Punkt ist für mich die fehlende Flexibilität. In meinem eigenen Depot spielen Dividenden eine zentrale Rolle. Sie liefern mir laufende Einnahmen, schaffen Handlungsspielraum und sorgen dafür, dass sich der Vermögensaufbau schon heute "lohnt". Genau dieser Effekt fällt beim Altersvorsorgedepot komplett weg. Erträge bleiben im System gebunden. Es gibt keinen Zugriff, keinen Cashflow, keine Möglichkeit, flexibel zu reagieren. Man baut Vermögen auf - aber man kann es erst sehr spät nutzen. Für meinen persönlichen Ansatz passt das daher nicht wirklich.
Unsere konkrete Entscheidung: Riester raus, Altersvorsorgedepot rein.
Anders sieht es bei meiner Frau aus. Sie hat aktuell noch eine klassische Riester-Rente. Gleichzeitig hat sie bisher kein eigenes Depot, möchte aber sinnvoll für das Alter vorsorgen. Dazu kommen die staatlichen Zulagen, insbesondere durch die Kinder, die das Ganze zusätzlich interessant machen. Für uns war deshalb relativ schnell klar: Wir werden das Altersvorsorgedepot aktiv nutzen - und im Gegenzug die Riester-Rente kündigen. Die Entscheidung fühlt sich für uns logisch an. Statt eines unflexiblen, oft intransparenten Versicherungsprodukts setzen wir künftig auf eine ETF-basierte Lösung mit deutlich besseren Renditechancen. Dass der Wechsel voraussichtlich nur etwa 150 Euro an Gebühren kostet, macht diesen Schritt zusätzlich einfacher. Damit wird das Altersvorsorgedepot für uns kein theoretisches Konzept, sondern ein ganz konkreter Baustein in unserer Strategie. Bis zum 01.01.2027, wenn das neue Altersvorsorgedepot in Kraft tritt, ist es noch etwas Zeit. Bis dahin werden wir uns noch genauer damit beschäftigen.
Umsetzung und nächste Schritte.
In dem Zusammenhang planen wir auch, unsere Struktur etwas zu vereinfachen.
Aktuell liegen die Kinderdepots noch bei der DKB. Perspektivisch können wir uns gut vorstellen, diese gemeinsam mit dem neuen Altersvorsorgedepot bei Scalable Capital zu bündeln. Weniger Anbieter, mehr Übersicht und eine klarere Struktur - das ist zumindest der Gedanke dahinter. Ob wir das direkt umsetzen oder Schritt für Schritt angehen, werden wir sehen. Aber die Richtung ist klar.
Fazit: Für mich kein Gamechanger - für uns trotzdem relevant.
Das Altersvorsorgedepot ist für mich persönlich kein Ersatz für meine bisherige Strategie. Ich bleibe weiterhin bei meinem Fokus auf Dividenden und Cashflow. Die Flexibilität und die laufenden Einnahmen sind für mich ein zentraler Bestandteil meiner finanziellen Planung. Trotzdem ist es kein schlechtes Produkt - ganz im Gegenteil. Für meine Frau ist es eine sinnvolle Lösung, um strukturiert, kostengünstig und mit staatlicher Unterstützung Vermögen aufzubauen. Vor allem im Vergleich zur bisherigen Riester-Rente ist das für uns ein klarer Schritt nach vorne.
Am Ende zeigt sich einmal mehr: Es gibt nicht die eine perfekte Lösung für alle.
Aber es gibt die richtige Entscheidung für die eigene Situation. Und genau die haben wir für uns getroffen.
Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, kontaktiert mich gerne bei X unter @mpalkowitsch. Danke euch!
Im März 2026 kamen 1.565,03 Euro Dividende nach Steuern gegenüber 1.058,29 Euro im vergleichbaren Vorjahresmonat zusammen, was einem Plus von ca. 47,9% entspricht. Die Dividende entsprach ca. 38 Rentenpunkte netto und würde ca. 35,89% der aktuellen Ausgaben decken.
In den ersten 3 Monaten von 2026 sind 5.499,04 Euro Dividende nach Steuern gegenüber 4.027,10 Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum zusammen gekommen. Das sind bisher 1.833,01 Euro im Schnitt pro Monat nach Steuern, was aktuell über 200 Euro über meinem geplanten Ziel von 1.600 Euro pro Monat liegt. Die Steigerung konnte vor allem durch hohe Investitionen in 2025 erreicht werden.
Allokation der besparten Werte (Stand 02.04.2026).
Derzeit liegen 34,55% im Depot bei Trade Republic, 20,01% bei Comdirect, 43,45% bei Scalable Capital und 1,50% bei der Deutschen Bank im Depot. Zudem noch 0,49% in Projekten von Ecoligo (Darlehen für Solarprojekte weltweit).
Einen Überblick über meine Depots, den aktuellen Stand, meine Ziele und Regeln erhaltet ihr wie immer über den folgenden Link.