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Sorgenfrei in Rente

Rentenpunkte kaufen - Früh in Rente ohne Abschläge.

Neuigkeit vom 14.08.2025

Wer statt mit 67 bereits mit 63 in Rente gehen möchte, muss tief in die Tasche greifen: Es drohen monatliche Abschläge von 0,3 %, also 3,6 % pro Jahr – bei vier Jahren macht das satte 14,4 % weniger Rente aus.
Doch: durch den Kauf zusätzlicher Rentenpunkte (Entgeltpunkte) lassen sich diese Abschläge teilweise oder vollständig ausgleichen. Ich habe mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht, ob sich das lohnt oder ob man eher in einen ETF investieren sollte. Viel Spaß beim Lesen!

Was bedeutet „Rentenpunkte kaufen“?

Rentenpunkte entsprechen Entgeltpunkten und bilden die Grundlage deiner gesetzlichen Rente. Seit einigen Jahren bietet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) die Möglichkeit, freiwillige Zusatzbeiträge zu zahlen, um fehlende Entgeltpunkte aufzustocken – ein Weg, um Rentenabschläge auszugleichen. 

Ab wann ist der Kauf möglich?
Möglich ist der Einstieg ab dem 50. Lebensjahr. Dann kannst du bei der DRV eine "besondere Rentenauskunft" beantragen. Diese informiert dich über die Höhe des Abschlags bei vorzeitigem Renteneintritt (also aktuell vor dem 67. Lebensjahr), die Anzahl der benötigten Rentenpunkte und die Kosten für einen vollständigen (oder teilweisen) Ausgleich. Wichtig: Zum Zeitpunkt der Abfrage wird hochgerechnet, ob bis zum vorzeitigen Renteneintritt die Anforderung von 35 Beitragsjahren erfüllt wird.

Wie viele Rentenpunkte kann man jährlich erwerben?
Es gibt keine fixierte jährliche Maximalanzahl. Die DRV legt die Gesamtzahl der Rentenpunkten fest, die nötig ist, um den Abschlag auszugleichen – und entsprechend die Gesamtkosten. Man kann dann entweder sofort komplett einzahlen oder die Zahlungen über mehrere Jahre strecken. Letzteres sollte man nochmal hinsichtlich der steuerlichen Absetzbarkeit prüfen.

Mehr Informationen dazu gibt es auch in einen interessanten Artikel von Finanztip.

Aktueller Rentenwert (Stand 2025) und Beispielrechnung.
Der aktuelle Rentenwert beträgt seit dem 01.07.2025 pro Monat 40,79 Euro brutto pro Entgeltpunkt. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt bei 18,6 %. Das Durchschnittsentgelt (als Basis für 1 Entgeltpunkt) liegt 2025 bei etwa 50.493 Euro.

Beispielrechnung (Stand Sommer 2025).
Nehmen wir an, Jemand erhält eine Monatsrente von 2.000 Euro brutto.
Geht derjenige mit 63 vorzeitig in Rente, liegt der Abschlag bei 14,4%, also 288 Euro monatlich oder 3.456 Euro jährlich weniger.

Ein Rentenpunkt liegt aktuell bei 40,79 Euro pro Monat bzw. 489,48 Euro pro Jahr. In Summe fehlen also 3.456 Euro durch 489,48 Euro, also ca. 7,06 Rentenpunkte.

Aktuell liegt der Kaufpreis eines Entgeltpunktes bei 50.493 Euro, mal 18,6% in Summe bei 9.394 Euro. Bei 7,06 Entgeltpunkten müsste man ca. 66.350 Euro einzahlen, um die Rentenpunkte zu erhalten und später keinen Abschlag von 288 Euro monatlich zu erhalten. 

Mobirise

ETF-Sparen statt Rentenpunkte kaufen?

Nehmen wir an, man würde die 66.350 Euro für den Erwerb der Rentenpunkte mit 50 Jahren in einen ETF packen und ab 63 Jahre die Summe für den Abschlag monatlich entnehmen. Laut Entnahmeplan würde der ETF bei 5% bzw. 7% jährlicher Steigerung weiter wachsen. Selbst mit 3% jährlicher Steigerung würde der ETF bis weit in die 90er Jahre nicht leerlaufen.

In diesem Szenario wäre das ETF-Modell finanziell attraktiver, wenn die angenommene Rendite realistisch erzielt wird und man Kurs- sowie Inflationsrisiken ignoriert. Die Rente hingegen ist inflationsgesichert und aktuell lebenslang garantiert – das ETF-Guthaben hängt dagegen vom Markt ab.

Steuerlichen Aspekt nicht vergessen.

Diese Zusatzbeiträge, also das Kaufen von Rentenpunkten, gelten als Altersvorsorgeaufwendungen und sind bis zu den festgelegten Höchstgrenzen (2025 ca. 27.565 Euro pro Person pro Jahr) voll steuerlich absetzbar. Besonders bei hohem Einkommen kann dies zu einer erheblichen Steuerersparnis führen (z. B. 30 bis 45 %). Hier lohnt es sich daher mehr, den Kauf von Rentenpunkten auf mehrere Jahre auszulegen, statt alles auf einmal zu kaufen.

Nehmen wir nun an, wir würden von den 66.350 Euro ca. 40% über die Steuer zurückbekommen, würden wir ca. 40.000 Euro für die Rentenpunkte bezahlen. Nehmen wir nun die 40.000 Euro und legen sie wie oben beschrieben in einen ETF an, würde der ETF bei 5% oder 7% Rendite ebenfalls nie leerlaufen und bei 3% jährlicher Rendite erst mit 87 Jahren alle sein. Die steuerlichen Aspekte beim ETF mit Kapitalertragssteuer plus Soli (26,375%) vs. persönliche Besteuerung im Alter (15 bis 25%, teils auch mehr) wurde in der Rechnung hier nicht mit betrachtet.

Der Vorteil des ETF ist allerdings, dass nach dem Ableben das Depot weiter existiert und anschließend vererbt werden kann, während bei der Rente maximal ein Hinterbliebenen oder Witwenrente als Teil ausgezahlt wird.

Bis wann muss gezahlt werden?
Die Zahlung muss vor Rentenbeginn erfolgen und wer frühzeitig beginnt (z. B. mit 50), hat mehr Flexibilität, kann Zahlungen strecken und steuerliche Vorteile optimal nutzen.

Das freiwillige Kaufen von Rentenpunkten kann eine smarte Strategie sein, um den Abschlag bei einem vorgezogenen Rentenbeginn teilweise oder vollständig zu kompensieren. Oder man nimmt das Geld und investiert es in einen ETF, um die Lücke zu schließen. Wie auch immer, der erste Schritt ist immer die besondere Rentenauskunft der DRV, auf deren Basis du individuell kalkulieren kannst, ob sich der Aufwand lohnt – und wie hoch die Kosten tatsächlich sind.

Was haltet ihr davon? Rentenpunkte kaufen oder eher Anlage in einen ETF?
Kontaktiert mich gerne bei X unter @mpalkowitsch. Danke euch!

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