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Altersvorsorgedepot – unsere Entscheidung für die Rente.
Lesezeit: 7 Minuten
Das neue Altersvorsorgedepot verbindet staatliche Förderung mit einer chancenorientierten Geldanlage. Hier sammle ich die wichtigsten Fakten und ordne ein, warum wir unsere Altersvorsorge künftig um diesen Baustein ergänzen könnten.
Was steckt hinter dem Altersvorsorgedepot?
Mit der Reform der geförderten privaten Altersvorsorge soll neben klassischen Garantieprodukten auch ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie möglich werden. Die Idee ist einfach: Beiträge werden staatlich gefördert und können in zugelassene Kapitalmarktanlagen wie Fonds oder ETFs fließen. Die Rendite ist dabei nicht garantiert, dafür entfällt die starre Ausrichtung auf Garantien, die bei vielen Riester-Verträgen die Chancen begrenzt hat.
Die Förderung wird künftig beitragsproportional berechnet. Für die ersten 360 € Eigenbeitrag sind 50 Prozent Grundzulage vorgesehen, für weitere 1.440 € 25 Prozent. Damit ergibt sich bei 1.800 € gefördertem Eigenbeitrag eine maximale Grundzulage von 540 € im Jahr. Kinderzulagen, Sonderausgabenabzug und persönliche Förderberechtigung müssen davon getrennt betrachtet werden.
Die neuen Produkte können nach den FAQ des Bundesfinanzministeriums ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. In der Ansparphase werden die Kapitalerträge nicht besteuert. Die bisherige nachgelagerte Besteuerung bleibt grundsätzlich erhalten. Zum Auszahlungsbeginn soll zwischen einer lebenslangen Leibrente und einem Auszahlungsplan gewählt werden können, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft.
Das ist kein normales Depot. Das Geld ist für die Altersvorsorge gebunden und nicht jederzeit frei verfügbar. Außerdem entscheidet der zertifizierte Anbieter, welche ETFs tatsächlich im Vertrag angeboten werden. Bei Standardprodukten sollen die Effektivkosten gesetzlich begrenzt werden, konkrete Anbieterpreise und Auszahlungsgebühren müssen trotzdem im Vertrag geprüft werden.
Meine Einordnung: starkes Konzept mit klarem Haken.
In meinem ersten Beitrag war ich dem Konzept gegenüber eher skeptisch. Inzwischen sehe ich die Vorteile eines kostengünstigen ETF-Sparplans mit Förderung deutlich klarer. Vor allem die Kombination aus mehr Eigenverantwortung, langfristiger Kapitalmarktanlage und einer verständlicheren Zulagenlogik gefällt mir.
Der Haken bleibt die fehlende Flexibilität. Mein bestehendes Cashflow-Depot kann ich jederzeit für einen früheren Ruhestand einsetzen, ein Altersvorsorgedepot ist dagegen auf die spätere Auszahlungsphase ausgerichtet. Es ersetzt deshalb mein Dividendenportfolio nicht, sondern wäre ein zusätzlicher Baustein. Meine veränderte Sicht habe ich im Beitrag „Warum ich jetzt umdenke“ ausführlicher beschrieben.
Unsere konkrete Entscheidung: Riester raus, Altersvorsorgedepot rein.
Für meine Frau prüfen wir einen Eigenbeitrag von 150 € im Monat, also 1.800 € im Jahr. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen wären bis zu 540 € Grundzulage möglich. Für unsere zwei Kinder können zusätzlich Kinderzulagen von bis zu 300 € je Kind in Betracht kommen. Ob und wem diese Zulagen zustehen, hängt von Förderberechtigung, Zuordnung und den endgültigen Vertragsregeln ab. Eine mögliche zusätzliche Steuerentlastung ergibt sich erst aus der Günstigerprüfung.
Ich selbst überlege, 400 € monatlich aus den Dividenden meines Cashflow-Depots in einen weltweit diversifizierten Vanguard-All-Cap-ETF zu investieren. Der Betrag wären 4.800 € im Jahr, die Grundzulage steigt aber nicht unbegrenzt mit. Ob der ETF in einem konkreten Vertrag verfügbar ist und wie Scalable Capital die neue Produktwelt ausgestaltet, ist vor Abschluss zu prüfen. Über die Anbieteridee habe ich bereits im Beitrag Scalable Capital und ETF geschrieben.
Altersvorsorgedepot: Der aktuelle Stand.
Informationsstand: 30. Oktober 2026. Gesetzliche Fakten und persönliche Überlegungen sind getrennt zu betrachten.
| Thema | Aktueller Stand |
|---|---|
| Produktstart | Neue Produkte können ab 01.01.2027 angeboten werden. |
| Grundzulage | Bis zu 540 € jährlich bei 1.800 € gefördertem Eigenbeitrag. |
| Kinderzulage | Bis zu 300 € je Kind, abhängig von Voraussetzungen und Zuordnung. |
| Anlage | Zugelassene Fonds und ETFs. Beim Depot ohne Garantie keine Renditezusage. |
| Auszahlung | Leibrente oder Auszahlungsplan mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr. |
| Unser Stand | Prüfung und Vergleich - noch keine verbindliche Produktauswahl. |
Quelle: Bundesfinanzministerium - FAQ zur Reform .
Meine bisherigen Artikel zum Altersvorsorgedepot.
Staatliches Altersvorsorgedepot – Chance oder Mogelpackung?
Meine erste, noch kritische Einordnung.
Altersvorsorgedepot mit Scalable Capital und ETF
Über Anbieter, ETF-Idee und mögliche Umsetzung.
Altersvorsorgedepot – warum ich jetzt umdenke
Die persönliche Rechnung mit 400 € monatlich.
Weiterführend empfehle ich den ausführlichen Überblick der Freiheitsmaschine. Für die gesetzlichen Grundlagen bleibt die FAQ des Bundesfinanzministeriums maßgeblich.