Veröffentlicht am 08.11.2026
Frühstartrente: Zehn Euro für die Altersvorsorge unserer Kinder.
Die Frühstartrente ist einen entscheidenden Schritt weiter: Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen. Zum Veröffentlichungsdatum ist das parlamentarische Verfahren allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Geplant ist ein Start zum 1. Januar 2027. Die Idee dahinter ist einfach: Kinder sollen sehr früh ein eigenes Vorsorgevermögen am Kapitalmarkt aufbauen können. Für jedes anspruchsberechtigte Kind sollen monatlich zehn Euro aus dem Bundeshaushalt in die kapitalgedeckte Vorsorge fließen. Das ersetzt keine spätere Altersvorsorge, kann aber einen frühen und langfristigen Anfang schaffen.
Für mich ist das eine interessante Entwicklung. Schließlich beschäftige ich mich seit Jahren mit langfristigem Vermögensaufbau und wir sparen auch für unsere beiden Kinder. Doch was steckt hinter den zehn Euro monatlich, wer profitiert davon und wie soll das Depot funktionieren?
Wer die Förderung bekommen soll.
Zum Start sollen die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021 berücksichtigt werden. Für den Jahrgang 2020 ist die Förderung nach aktuellem Stand rückwirkend ab Januar 2026 vorgesehen. Ab 2028 soll dann jährlich der Jahrgang hinzukommen, der sechs Jahre alt wird. Voraussetzung ist der erste Wohnsitz in Deutschland. Ältere Jahrgänge profitieren zunächst nicht von der staatlichen Förderung. Das ist für betroffene Familien sicher enttäuschend, gehört aber ausdrücklich zur vorgesehenen Startlogik.
Die Anspruchsvoraussetzungen soll die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen prüfen, einen gesonderten Förderantrag soll es nach dem aktuellen Planungsstand nicht geben. Die Förderung soll vom vollendeten sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit laufen. Zehn Euro pro Monat ergeben über zwölf Jahre 1.440 Euro staatliche Einzahlungen je Kind - mögliche Kapitalerträge noch nicht eingerechnet.
Wie das Geld angelegt werden soll.
Für die individuelle Anlage ist ein zertifizierter Standarddepot-Vertrag vorgesehen. Eltern können einen solchen Vertrag für ihr Kind bei einem zugelassenen Anbieter abschließen. Kinderdepots gibt es heute bereits etwa bei Scalable Capital, ING, Comdirect oder DKB. Daraus folgt aber nicht, dass bestehende Kinderdepots automatisch als Frühstartrente zugelassen werden.
Wird zunächst kein individueller Vertrag abgeschlossen, soll die staatliche Förderung trotzdem nicht verloren gehen. Sie soll kollektiv von der Deutschen Bundesbank am Kapitalmarkt angelegt werden. Nach dem derzeitigen Stand kann das Kind oder können die Eltern die angesparten Beträge später in einen individuellen Vertrag überführen.
Das geförderte Vermögen ist grundsätzlich für die Altersvorsorge gedacht. Eine Auszahlung soll frühestens ab dem 65. Lebensjahr möglich sein. Die Erträge sollen während der Ansparphase steuerfrei bleiben. Details zur steuerlichen Behandlung privater Einzahlungen, zu möglichen Entnahmen eigener Beiträge und zu deren Folgen sind für mich zum Veröffentlichungsdatum noch nicht abschließend genug geklärt, um sie als feste Regeln darzustellen. Zusätzlich sollen Eltern oder Großeltern private Einzahlungen bis zu insgesamt 6.840 Euro pro Jahr leisten können.
Meine Meinung: Die Förderung würde ich mitnehmen.
Aus meiner Sicht ist die Antwort grundsätzlich ja. Wenn der Staat monatlich zehn Euro für langfristigen Vermögensaufbau bereitstellt, sollte man diese Förderung nutzen. Gerade bei mehreren Jahrzehnten Anlagehorizont kann selbst ein kleiner Startbetrag durch den Zinseszinseffekt wachsen. Die Umsetzung sehe ich trotzdem kritisch. Warum braucht es für die individuelle Förderung einen speziellen Altersvorsorgevertrag? Viele Familien haben längst ein Juniordepot eröffnet und investieren dort regelmäßig in ETFs.
Aus meiner Sicht wäre es deutlich einfacher, ein bestehendes Kinderdepot anzugeben und die staatlichen zehn Euro direkt dorthin zu überweisen. Stattdessen entsteht möglicherweise eine zusätzliche Depotstruktur, die verwaltet werden muss. Das halte ich für unnötig kompliziert. Für unsere beiden Kinder kommt die Förderung leider nicht mehr infrage, weil sie vor 2020 geboren wurden. Wir investieren trotzdem weiter regelmäßig für sie und setzen auf langfristigen Vermögensaufbau am Kapitalmarkt. Mehr dazu schreibe ich im Themenbereich Sparen für unsere Kinder.
Mein Fazit zur Frühstartrente.
Die Frühstartrente ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Sie bringt Kinder frühzeitig mit dem Kapitalmarkt in Berührung und unterstützt langfristigen Vermögensaufbau. Die zehn Euro monatlich allein werden keine ausreichende Altersvorsorge sein, können aber ein guter Anfang sein.
Schade finde ich, dass die Förderung zunächst nur für jüngere Jahrgänge gilt und bestehende Kinderdepots nicht einfach eingebunden werden. Für unsere Familie ändert sich dadurch zunächst nichts. Wir setzen unseren bisherigen Weg beim Sparen für unsere Kinder fort.
Quellen und Stand: Die Aussagen zur Frühstartrente beruhen auf dem Gesetzentwurf und der Dokumentation des Deutschen Bundestags sowie den FAQ der Deutschen Rentenversicherung, abgerufen am 08.11.2026. Das Gesetzgebungsverfahren war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.
Meine Dividenden im Oktober 2026.
Auch im Oktober haben sich meine Dividendeneinnahmen erfreulich entwickelt. Die Werte zeigen meine persönlichen Netto-Ausschüttungen; vergangene Ausschüttungen sind keine Garantie für zukünftige Dividenden.
| Zeitraum | 2025 | 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Oktober | 1.533,88 € | 2.469,94 € | +936,06 € · +61,03 % |
| Januar bis Oktober | 15.166,33 € | 25.960,08 € | +10.793,75 € · +71,17 % |
| Ø Januar bis Oktober | 1.516,63 € | 2.596,01 € | +1.079,38 € · +71,17 % |
In den ersten zehn Monaten 2026 habe ich insgesamt 25.960,08 € netto an Dividenden erhalten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von über 71 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass auch der Oktober deutlich über dem Vorjahreswert lag.
Ein wichtiger Grund dafür ist der iShares World Equity High Income ETF (WINC). Er wurde auf monatliche Ausschüttungen umgestellt und ist inzwischen meine größte Position im Depot. Dadurch erhalte ich nun auch in Monaten zusätzliche Ausschüttungen, in denen dieser ETF zuvor nicht gezahlt hat. Das ist ein persönlicher Zwischenstand - keine Prognose für künftige Ausschüttungen.

